Steintanz

Der Steintanz

Vier Tage lang beten und tanzen wir um einen heiligen Baum, umringt von vier Steinkreisen zu dem Rhythmus einer Trommel, getragen von zeremoniellen Gesängen. Wir beten und bitten für uns, unsere Familie, unsere Kinder, die Ungeborenen und die zukünftigen Generationen, dass wir in Glück und Gesundheit leben können.

Der Steintanz ist dem Sonnentanz, wie er in der Kultur und Tradition der Lakota stattfindet, sehr ähnlich und gleichzeitig ist er etwas Neues und Einzigartiges.

Wir, die Tänzer, bereiten uns über das Jahr hindurch auf den Tanz vor. In den Tagen vor dem Tanz bauen wir zunächst das Camp auf (Campday) und haben dann vier Tage der intensiven Vorbereitung (Purification). Am Morgen und Abend gibt es jeweils eine Schwitzhütte. Tagsüber bereiten wir alles für die Tage des Tanzes vor. In den Tagen der Vorbereitung kommen immer mehr Menschen / Unterstützer auf den Platz um zu helfen.

Am Tag bevor der Tanz beginnt, dem Treeday, wird in der Mitte des Steinkreises der heilige Baum aufgestellt. Wir fällen ihn auf eine zeremonielle Weise, begleitet von Gebeten, tragen wir ihn so in den Arbor, dass er nicht den Boden berührt und stellen ihn dort wieder auf. Geschmückt durch unsere Ties und Flags. Am Abend bekommen die Tänzer ihr letztes Essen für die nächsten vier Tage und ziehen sich anschließend in die Tipis zurück, in denen sie die nächsten Tage verbringen, ohne Kontakt nach außen zu haben. Sodass sie mit ihrer gesamten Aufmerksamkeit in ihrem Gebet und in dem Kontakt mit der geistigen Welt verbringen.

Während der vier Tage des Tanzes haben die Tänzer morgens und abends eine Schwitzhütte zur Reinigung. Anschließend beginnen die Runden des Tanzes. Etwa acht dieser Runden werden wir jeden Tag tanzen. Die erste beginnt so, dass wir den Sonnenaufgang im Arbor erleben. Die weiteren Tanzrunden verteilen sich über den Tag hinweg. In zwei Nächten werden wir zusätzlich noch zwei Runden um Mitternacht tanzen. Begleitet und getragen werden wir von den Sängern. Sie singen die traditionellen Sonnentanzlieder der Lakota, um eine große Trommel sitzend, die unser Herzschlag ist.

Die „Unterstützer“ sind eingeladen während der Tanzrunden in einem der äußeren Steinkreise mit uns zu tanzen, zu beten und uns so zu unterstützen. Sie kümmern sich um die Küche, helfen im Camp, hüten das Feuer, das die vier Tage hindurch brennt und sind so ein Teil der Zeremonie. Abends wird es auch für sie eine Schwitzhütte geben.

Am späten Nachmittag des vierten Tages, wenn alle Gebete gesprochen, alle Runden getanzt sind, verlassen die Tänzer den Arbor und ihre selbstgewählte Isolation. Nach einer weiteren Schwitzhütte und etwas Ruhezeit treffen sich alle zum anschießenden Feast (Festessen).

Den darauffolgenden Tag nennen wir Chillout-Tag. Sich entspannen, erholen und gut essen ist angesagt. Soziale Kontakte pflegen und sich bedanken, bevor am nächsten Tag das Camp wieder abgebaut wird und alle nach Hause fahren.

Der Steintanz geht zurück auf die Instruktionen, die Tobias Heinrichs und sein Adoptivbruder, Medizinmann der Lakota und Mentor Godfrey Chipps, aus der geistigen Welt bekamen. Ihnen wurde dieser Altar gezeigt, der aus mehreren Steinkreisen besteht, die in einer bestimmten Art und Weise aufgebaut und verbunden werden. Wir tanzen diesen Steintanz in Deutschland / Wieckenberg seit 2005. Seit 2017 gibt es zusätzlich einen Tanz in Ungarn nahe Bosca.

Eine weitere Beschreibung des Sonnentanzes der hier Steintanz genannt wird, findest du auf der Homepage der Four Directions Peoples Society.