Schwitzhütte

Die aktuellen Termine sowie alles Organisatorische finset du unter: Termine / Veranstaltungen – Schwitzhütten

Die Schwitzhüttenzeremonie

Die Schwitzhüttenzeremonie ist die älteste und eine der am weitesten verbreiteten aller indianischen Zeremonien. Ähnliche Rituale gab es früher auch in fast allen alten Stammeskulturen. Mit unterschiedlichen Einzelheiten wird die Schwitzhütte zur Reinigung, zum Heilen von Kranken, oder zur Klärung sozialer Spannungen verwendet.Die Schwitzhütte dient außerdem der Vorbereitung für die Durchführung aller wichtigen Zeremonien, wie zum Beispiel dem Sonnentanz und der Visionssuche.

Der Ablauf einer Schwitzhütte

Eine igluförmige, aus Weidenästen gebundene Kuppel, wird mit Decken so abgedeckt, dass es im Inneren, bei geschlossener Tür, absolut dunkel ist. Vor der Hütte werden in einem Feuer Steine erhitzt bis sie rot glühen.Nachdem wir uns mit Zedern abgeräuchert haben, gehen zuerst die Frauen und dann die Männer in die Hütte. Der Feuermann bringt die glühenden Steine und legt sie in die Mitte. Die Tür wird geschlossen, der Leiter gießt Wasser auf die Steine. Die Steine schenken uns ihren heiligen Atem, dem wir uns öffnen, indem wir zu beten beginnen. Dabei singen wir die heiligen Lieder der Lakota. Was dann passiert, wird von jedem unterschiedlich empfunden und läßt sich schlecht in Worte fassen.Nach jeder Runde wird die Tür geöffnet, Licht und frische Luft treten ein. Die Schwitzhüttenzeremonie besteht aus drei bis vier Runden. Nach der letzten Runde verlassen wir die Schwitzhütte. Nach dem Ankleiden und Aufräumen treffen wir uns zum Essen und Klönen. 
Diese rituelle Art zu „schwitzen“ hat eine reinigende Wirkung auf Körper und Geist. Es bringt uns wieder mit den Elementen (Feuer, Wasser, Luft und Erde) und uns selbst in Kontakt und läßt uns erkennen, daß wir mit allem verwandt sind. Was wir mit den Worten Mitakuye Oyasin (Für alle meine Verwandten) ausdrücken.

Was eine Schwitzhütte ist

Eine Zeremonie, ein Ritual, ein Gottesdienst (ja, der Boss ist sicher anwesend – wie könnte er auch nicht anwesend sein), ein geschützter Ort, ein Ort der Heilung, der Gemeinschaft, der Achtung vor allen Wesen, aber auch ein Ort des Rückzugs und der Innenschau.

Worum es nicht geht

Es findet kein Wettbewerb statt. Es gibt keinen Preis für den, der es am längsten aushält. Es geht nicht um äußere Stärke. Es gibt nichts zu beweisen (außer vielleicht Dir selbst). Es geht nicht darum, besser oder schlechter als ein anderer zu sein.

Herkunft / Tradition / Anbindung

Die Art und Weise in der wir unsere Schwitzhütten abhalten kommt von der Familie Chipps / Hornchipps. Ich habe sie von meinem guten Freund und Adoptivbruder Tobias Heinrichs gelernt. Der wiederum durch Ellis Chipps in die Familie Chipps adoptiert wurde. Ellis Chipps war einer der beiden Söhne  Wopturas. Mehr dazu findet du unter folgendem Link: http://www.4dsociety.net/geschichte.html

Die Hitze

Die alte Frage… „Ist es nun heiß, zu heiß, noch nicht heiß genug oder genau richtig?“ Tatsache ist, die Hitze wird von jedem unterschiedlich empfunden. Ich war in Schwitzhütten, aus denen sind Erwachsene rausgelaufen, weil es ihnen zu heiß war, während direkt neben ihnen kleine Kinder oder Babys (bei gleicher Hitze) ruhig schliefen.Für mich gibt es nichts schöneres, als das Brennen im Nacken zu spüren, den Gedanken „Puh, ist das heiß – ich will raus hier“, dann still sitzen zu bleiben und zu fühlen, wie sich nach und nach meine Haut, die Poren und Muskeln entspannen und der Geist frei und weit wird. Aber wie weit Du gehst, ist Deine Entscheidung.

Um Hilfe bitten / Sponsoring

Die Zeremonien zu denen wir einladen sind, wenn wir nicht extra darauf hinweisen, für alle offen und werden auch von allen getragen (General Healing). Hast du ein Anliegen das dir wichtig ist, mehr Aufmerksamkeit und Energie braucht kannst du mich / uns gerne um Unterstützung fragen, dann machen wir eigens für dich und dein Anliegen eine oder mehrere Schwitzhütten. Im Gegenzug übernimmst du die Verantwortung für alles was es braucht (Feuerholz, Steine, Feuermann, Essen, etc.). Du kannst dazu gern deine Freunde oder Verwandte einladen.

Gemeinschaft / Das Miteinander

In aller Offensichtlichkeit ist keiner von uns alleine. Weder auf dieser Welt noch in einer Schwitzhütte. Wir begehen diese Zeremonie bewusst zusammen. Wir lernen ein bewusstes Miteinander zu leben. Uns respektvoll zu begegnen und uns gegenseitig zu unterstützen. Grundsätzlich ist diese Zeremonie immer offen für denjenigen, der Hilfe sucht. Das heisst aber auch, dass jeder der kommt, die Art und Weise respektiert wie wir diese Zeremonie durchführen und die Regeln wie wir miteinander umgehen. In der Regel gibt es nach jeder Hütte eine Runde in der sich jeder reihum frei ausdrücken und sich mitteilen kann. Während alle anderen ihm aufmerksam zuhören ohne ihn zu unterbrechen.

Humor

Bei aller Ernsthaftigkeit, eines ist gewiss: Heiterkeit und Humor gehen nicht verloren. Die zwei Evergreens unter den Schwitzhüttenwitzen: 

  • Treffen sich zwei Planeten in der unendlichen Weite des Alls. Sagt der eine: „Du, ich habe ein Problem. Ich hab Menschen.“ Sagt der andere: „Mach Dir nichts draus – das hatte ich auch mal. Das geht schnell wieder vorbei.“ 
  • Ein indianischer Medizinmann besucht den Papst im Vatikan. Nach einer Weile des Gesprächs fragt er, ob er das Telefon benutzen und mit Gott telefonieren könne. Der Papst hat nichts dagegen. Der Indianer telefoniert lange und ausgiebig. Als er fertig ist, fragt er den Papst, was dieser für das Gespräch bekommt. Der Papst sagt: „Ja, bis zu Gott – das kostet natürlich einiges. Gib mir 100 Dollar.“ Der Papst bekommt sein Geld. Als er nun den Indianer auf seiner Reservation besucht, möchte er natürlich auch von dessen Apparat mit Gott telefonieren. Auch der Indianer hat nichts dagegen, so telefoniert der Papst lange und sehr ausgiebig mit Gott. Als er fertig ist, fragt er: „Was bekommst Du für das Gespräch?“ Der Indianer sagt: „Gib mir 3 Dollar, und wir sind quitt.“ Der Papst wundert sich: „Was? Nur 3 Dollar? Wie ist das möglich?“ Darauf der Indianer: „Weißt Du, bis zu Gott – das ist bei uns ein Ortsgespräch.“

Reinigung / Purification

Reinigung ist ein Teil des Heilungsprozesses, der in jeder Schwitzhütte stattfindet. Im Grunde ermöglicht die Reinigung erst die Heilung. Erst indem du Altes, Dinge die nicht stimmen oder die ungesund sind loslässt (oder viel mehr dein Anhaften an diese Dinge) kann es weiter gehen. Es kommt ein Prozess in Gange der dann etwas neues, gutes mit sich bringt.

Frauen

Frauen, die ihre Mondzeit, also ihre Menstruation haben, können an den Schwitzhüttenzeremonien wie wir sie tun nicht teilnehmen.  
Die Mondzeit der Frau ist ansich schon eine sehr kraftvolle Zeit der Reinigung. Mehr Informationen für ein besseres Verständnis  gebe ich gern in einem persönlichen Gespräch.

Voraussetzungen zur Teilnahme / Eigenverantwortung

Wenn du zu uns kommst und an einer Zeremonie teilnehmen möchtest gehen wir davon aus, dass du in einer mindestens durchschnittlichen körperlichen wie geistigen Verfassung bist und volle Verantwortung für dein Handeln übernehmen kannst. Sollte dem nicht so sein bitten wir dich uns darüber in Kenntnis zu setzen. Solltest du dich in therapeutischer Behandlung befinden liegt es in deiner Verantwortung  vorher mit deinem Behandler abzuklären ob eine Teilnahme möglich bzw. sinnvoll ist und uns darüber in Kenntnis zu setzen.

Mehr über meine zeremonielle Arbeit finden Sie auch auf der auf der Homepage der Four Directions Peoples Society.